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Forschungsprojekte

Sammeln, Bewahren und Forschen gehören zu den Kernaufgaben eines Museums. Nur durch die objektbasierte und objektgetriebene Forschung werden die vielfältigen Geschichten und Bedeutungen erkennbar, die mit den historischen Gegenständen verknüpft sind.

Das kleine Team des Deutschen Medizinhistorischen Museums nimmt diesen Auftrag sehr ernst, kann ihm aus Kapazitätsgründen aber nicht immer hinreichend gerecht werden. Umso wichtiger ist die Einwerbung von Drittmitteln und die Kooperation mit externen Projekten.

Hier eine Übersicht der drittmittelbasierten Forschungsprojekte, an denen das DMMI in den letzten Jahren federführend oder als Kooperationspartner beteiligt war:

Etablierung eines Netzwerkes zur Entwicklung eines Thesaurus historischer Medizinobjekte (THIMO)

Laufzeit: 2025 bis 2027

Netzwerkpartner im gemeinsamen Antrag der medizinhistorischen Sammlungen der Universitäten Bochum, Erlangen und Kiel sowie der Charité Berlin

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Förderprogramms „Verantwortung für Informationsinfrastrukturen gemeinsam organisieren“(VIGO)

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines Netzwerks, das die notwendige Expertise für die Konzeptionierung und praktische Erstellung eines Thesaurus Historische Medizinobjekte auf einer arbeitsfähigen Kooperationsplattform versammelt.

Das Schneidhaus der Fugger in Augsburg.
Ein chirurgisch-kuratives Hospital in der Frühen Neuzeit


Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Einzelprojekt-Förderung (abgeschlossen; Laufzeit 2019 bis 2023)

Ausgehend von dem illustrierten Manuskript DMMI/Ms112, das 2016 von der Fördergesellschaft für das DMMI erworben wurde, untersuchte das Forschungsprojekt Wirken und Umfeld der Fugger’schen Schneidhausstiftung von 1560 bis zum Ende des 17. Jh. | Bearbeiterin: Dr. Annemarie Kinzelbach.

Die Ergebnisse wurden in zahlreichen Aufsätzen sowie in der Jahresausstellung Steinreich. Das Schneidhaus der Fugger in Augsburg (2022/2023) veröffentlicht. Zur Ausstellung erschien ein von Annemarie Kinzelbach und Monika Weber herausgegebener wissenschaftlicher Katalog, der im Onlineshop erhältlich ist.

Wissen | Ausstellen. Eine Wissensgeschichte von Ausstellungen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Kooperationspartner im Forschungskolleg der Professur für Materialität des Wissens an der Universität Göttingen
 
Gefördert durch die Volkswagenstiftung im Rahmen der Förderlinie „Wissenschaft und berufliche Praxis in der Graduiertenausbildung“ (abgeschlossen; Laufzeit 2018 bis 2024)

Das Forschungskolleg sah für die sieben Promovierenden jeweils eine einjährige Praxisphase an einem thematisch einschlägigen Museum vor. Die Kollegiatin Johanna Lessing M.A. absolvierte diese Praxisphase 2020/2021 am DMMI. Ihr Promotionsprojekt widmete sich dem Thema „Ausstellen und ausgestellt werden. Menschliche Präparate zwischen Forschung, Schaulust und öffentlicher Debatte“ (Betreuerin: Claudia Wiesemann). Sie kuratierte während ihres Aufenthaltes zusammen mit der Volontärin Greta Butuci die Ausstellung Die Ingolstädter Maskentonne. Eine Corona-Ausstellung mit medizinhistorischen Bezügen (2020/2021).

Insight. Signaturen des Blicks – Facetten des Sehens
 
Kooperationspartner im Forschungsprojekt der Universität Würzburg
 
Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms „Vernetzen – Erschließen – Forschen. Allianzen für universitäre Sammlungen“ (abgeschlossen; Laufzeit 2017 bis 2020)

Das Projekt „Insight” führte die bisher unverbundenen kunst- und humanwissenschaftlichen Sammlungen der Universität (Medizinhistorische Sammlungen; Martin von Wagner Museum; Adolf Würth Zentrum für die Geschichte der Psychologie; Forschungsstelle Historische Bildmedien) unter einer gemeinsamen Forschungsfrage zusammen: die ethischen, ästhetischen und historischen Dimensionen des Blicks und die kulturelle Bedeutung und Darstellung des Sehens.

Das DMMI unterstützte die Medizinhistorischen Sammlungen der Universität Würzburg als Kooperationsmuseum bei der wissenschaftlichen Inventarisierung der dortigen geburtshilflichen Sammlung und bei der restauratorisch begleiteten Aufarbeitung der Glasdiasammlung. Die dafür geschaffene Stelle an der Universität Würzburg bekleidete Monika Weber, Kunsthistorikerin und frühere Volontärin am DMMI. Das Forschungsprojekt wurde mit der Ausstellung „Ich sehe was, was du nicht siehst“ abgeschlossen, an der das DMMI als Leihgeber beteiligt war.

Ärztliche Praxis im frühen 18. Jahrhundert: Der Nürnberger Arzt Johann Christoph Götz (1688-1733)
 
Einzelprojekt in dem aus sieben Teilprojekten bestehenden Forschungsverbund „Ärztliche Praxis (17.-19. Jahrhundert)“
 
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Antragspaket-Förderung (abgeschlossen; Laufzeit 2009 bis 2012)

Das Forschungsprojekt basierte auf den in der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg aufbewahrten Praxisaufzeichnungen des Nürnberger Arztes Johann Christoph Götz aus den Jahren 1716 bis 1726. Im Rahmen des Projekts wurde eine datenbankgestützte Analyse durchgeführt, die sich der Organisation, der Patient*innenenschaft und den Wissensbeständen der Praxis Götzes widmete. Den Kontext für die Interpretation der Befunde bildete zum einen das früh ausdifferenzierte Medizinalwesen der Freien Reichsstadt Nürnberg, zum anderen die Zugehörigkeit Götzes zu dem wissenschaftlich ambitionierten und publizistisch aktiven Kreis um den Nürnberger Arzt, Botaniker und Wissenschaftskommunikator Christoph Jacob Trew. | Bearbeiter*innen: Susanne Grosser M.A., Prof. Dr. Kay Peter Jankrift, Dr. Annemarie Kinzelbach, Dr. Susan Splinter.

Die Ergebnisse des Forschungsverbundes wurden in der Ausstellung Praxiswelten. Zur Geschichte der Begegnung von Arzt und Patient veröffentlicht (Berlin 2013-2015, Bochum 2015, Ingolstadt 2016/2017). Zur Ausstellung erschien ein von Isabel Atzl, Roland Helms, Stephanie Neuner und Ruth Schilling herausgegebener wissenschaftlicher Katalog, der im Onlineshop erhältlich ist.