Reihe „Mittagsvisite”: Ozon-Inhalator

Di., 9.12.2025, 12.30 Uhr, mit Dr. Alois Unterkircher

Ozon-Inhalator (Foto: Hubert Klotzeck)

Ozon-Inhalator (Foto: Hubert Klotzeck)

Am Dienstag, den 9. Dezember, um 12.30 Uhr lädt das Deutsche Medizinhistorische Museum wieder zu einer halbstündigen Mittagsvisite ein. Diesmal heißt es „tief durchatmen“, wenn Sammlungsleiter Dr. Unterkircher einen Ozon-Inhalator vorstellt. Die Veranstaltung findet nur vor Ort statt, eine Übertragung via Zoom kann aufgrund der aktuellen Sparmaßnahmen leider nicht mehr angeboten werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Bei dieser Mittagsvisite mit Sammlungsleiter Dr. Alois Unterkircher heißt es tief durchatmen! Er stellt einen Ozon-Inhalator vor, der Bestandteil eines sogenannten Hochfrequenz-Apparates war. Diese Apparate versprachen eine Linderung aller möglichen Beschwerden durch Elektrizität. Sie wurden ab den 1920er Jahren massenhaft zur Selbstbehandlung in den eigenen vier Wänden verkauft. Zu jedem Gerät gehörte ein ganzes Arsenal speziell geformter Glaselektroden für alle möglichen Körperöffnungen, bei größeren Modellen war stets auch eine Elektrode zur Ozon-Behandlung dabei. Diese sollte wohltuend auf die Luftwege wirken und Atembeschwerden lindern.

 

Um 1900 befand sich die Ozontherapie noch in einem frühen, experimentellen Stadium. Als stark oxidierendes Gas wurden dem erst wenige Jahrzehnte zuvor entdeckten Ozon keimabtötende Eigenschaften zugesprochen. Ärzte und Naturheilkundler setzten es daher zur Desinfektion von Räumen, zur Behandlung von Atemwegserkrankungen und zur „Reinigung des Blutes“ ein. Typische Anwendungen waren Inhalationen stark verdünnten Ozons, die Applikation ozonisierter Öle sowie erste Versuche, medizinische Geräte und Wunden mit Ozon zu sterilisieren.

 

Unterkircher stellt dieses frühe Gerät zur Ozon-Inhalation vor und erläutert, warum die Ozontherapie gut in die damalige Medizin mit ihrem Glauben an elektro-medizinische Verfahren und an die Heilkraft frischer Luft passte.

 

Im Seminarraum „Christa Habrich”, Dauer 30 Minuten, Eintritt frei. Keine Voranmeldung nötig.

 

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