Di., 30.6.2026, 12.30 Uhr, mit Dr. Alois Unterkircher
Dieser auf den ersten Blick recht gefährlich wirkende Apparat aus der Zeit um 1900 hatte tatsächlich eine medizinische Bedeutung: Es handelt sich um eine Influenzmaschine für die „Franklinisation“. Bei diesem elektrotherapeutischen Verfahren wurden einzelne Körperregionen einem hochgespannten elektrostatischen Feld ausgesetzt. Obwohl die Stromstärken sehr gering waren, konnten Kranke „elektrisch aufgeladen" oder kleine elektrische Entladungen gezielt auf die Haut gelenkt werden. Die dabei entstehenden Funkenentladungen und Blitze waren besonders spektakulär anzusehen.
Ärzte hofften, durch die elektrostatischen Reize die Durchblutung anzuregen, Schmerzen zu lindern und die Funktion des Nervensystems positiv zu beeinflussen. Zu den Anwendungsgebieten zählten unter anderem Neuralgien, Muskelschmerzen und andere Nervenstörungen sowie die Modekrankheit dieser Zeit, die Neurasthenie. Für die meisten Anwendungsgebiete konnte ihre Wirksamkeit jedoch nie ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen werden. Deshalb wurde die Franklinisation im Laufe der Zeit durch andere Verfahren der Elektrotherapie ersetzt.
In der Mittagsvisite stellt Dr. Unterkircher eine Influenzmaschine vor, die von James Wimshurst in den frühen 1880er Jahren entwickelt wurde, und erklärt ihre Funktionsweise. Dabei geht er auch darauf ein, dass die Geräte sowohl in der Elektrotherapie als auch für Experimente im Physikunterricht verwendet wurden.
Im Seminarraum „Christa Habrich”, Dauer 30 Minuten, Eintritt frei. Keine Voranmeldung nötig.