SCHWERPUNKTE
Die Schwerpunkte der Sammlung gehen meist auf Privatsammlungen historisch interessierter Ärzte zurück, die sie später dem Museum vermachten. Dank ihnen verfügt unser Haus über herausragende Spezialsammlungen, etwa zur Augenheilkunde oder HNO. Auch der Ursprung der Graphischen Sammlung geht auf Ärzte mit einem Faible für medizinische und botanische Abbildungen zurück. Wir bemühen uns, Lücken in den Sonderbeständen zu schließen und diese laufend zu
ergänzen. Seit einigen Jahren rücken verstärkt Objekte zu nichtärztlichen Berufsgruppen im Gesundheitswesen (Pflegekräfte, Hebammen) in den Fokus.
Augenheilkunde
Sammlung Dr. Thilo von Haugwitz
Der Augenarzt Dr. Thilo von Haugwitz (1924–2017) trug eine umfassende Privatsammlung ophthalmologischoptischer Geräte zusammen. Anfang der 1980er Jahre erwarb das Deutsche Medizinhistorische Museum die Sammlung mit Unterstützung des Freistaats Bayern und privater Spender.
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Die Sammlung ist vollständig erschlossen und steht interessierten Wissenschaftler*innen für die Forschung zur Verfügung.
Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Sammlung
Professor Dr. Harald Feldmann
Prof. Dr. Harald Feldmann (1926–2021) war langjähriger Direktor der HNO-Klinik der Universität Münster und Spezialist auf dem Gebiet der
Experimentellen Audiologie. Als medizinhistorisch interessierter Facharzt legte er eine umfangreiche Privatsammlung an Hörhilfen, Hörgeräten und Audiometern an.
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1992 gingen erste größere Bestände als Schenkung in den Besitz des Museums über.
Klinische Chemie
Die Sammlung zur Klinischen Chemie ist in ihrem Umfang wohl einzigartig. Sie wurde seit 1983 unter fachkundiger Beratung durch Prof. Dr. Dr. Johannes Büttner (1931–2019), damaligem Leiter des Instituts für Klinische Chemie an der Medizinischen Hochschule Hannover, und mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Chemie aufgebaut. Die Objekte stammten aus Kliniken, Laborarztpraxen und von privaten Spendern.
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Durch die Übernahme der labormedizinischen Privatbibliothek eines ehemaligen Mitarbeiters Büttners im Jahre 2020 erfuhr diese Sammlung eine wertvolle Ergänzung.
Sammlung Dr. Henri Kugener
Der Luxemburger Gynäkologe Dr. Henri Kugener (1943–2020) sammelte über Jahrzehnte Instrumente und Geräte aus allen medizinischen Fachdisziplinen, Epochen und Kulturräumen. Kugener begeisterte sich auch für Archivalien, Druckgraphiken und Ansichtskarten zum Thema und legte eine umfangreiche Bibliothek an. 2023 konnten die mehrere tausend Objekte umfassende Sammlung sowie die Bücher von uns übernommen werden.
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Die wichtigsten Exponate machte Kugener über die kommentierte Website Museum Sybodo zugänglich.
Graphische Sammlung
Mit ca. 2.500 Ärzte- und Gelehrtenporträts aus vier Jahrhunderten besitzt das Deutsche Medizinhistorische Museum wohl eine der umfangreichsten Graphiksammlungen zu diesem Thema. Den Grundstock dafür bildeten zwei umfangreiche Schenkungen: Der Porträtsammler Hans-Dietrich von Diepenbroick-Grueter (1902–1980) überließ 1976 dem Museum tausende Druckgraphiken mit Ärztebildnissen des 16. bis 20. Jahrhunderts.
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1972 übergab Leopold Briemer dem Museum ca. 200 Blätter aus der Sammlung seines Großvaters, des Internisten Prof. Anton Biermer (1827–1892).
Neben weiteren Graphiken mit medizinischen und botanischen Motiven sei auf die Spezialsammlungen zu Künstler*innen verwiesen: Ärzteporträts von Rudolf Großmann, medizinische Karikaturen von Armin Schäffer sowie Krankenporträts von Gisela Petschner.
Durch mehrere Inventarisierungsprojekte ist die graphische Sammlung sehr gut erschlossen. Eine alphabetische Findliste von rund 1.400 Persönlichkeiten finden Sie als PDF zum Download.
Fotografien und Postkarten
Mit der Erfindung der Fotografie ab 1850 stand Ärzten ein neues Medium zur Selbstdarstellung zur Verfügung. Fotos sind daher auch in unserer Sammlung gut vertreten. Hervorzuheben ist ein größerer Bestand an Cartes de Visite von berühmten Ärzten. Diese kleinen Porträtfotografien auf Karton ermöglichten die günstige Produktion identischer Fotos und führten zu einem regen Sammel- und Tauschmarkt mit speziellen Fotoalben.
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Postkarten rückten in den letzten Jahren in das Interesse der Forschung. Auch unsere Sammlung von Bild- und Fotopostkarten mit medizinhistorischen Bezügen wächst stetig. Die Motive reichen von Operationsräumen aus der Zeit um 1900, mit denen wohl die neu umgesetzten hygienischen Standards beworben wurden, bis hin zu Ansichten bekannter Kurorte oder Sanatorien.
Medicina in nummis.
Münzen und Medaillen
mit medizinischen Themen
Die Sammlung zu Münzen, Medaillen und Marken mit
medizinischen Themen ist historisch gewachsen und
umfasst knapp 400 Stück (Stand 2026). Die Motive
verweisen meist auf besondere Leistungen, Erfindungen
und Entdeckungen von Medizinern und dokumentieren
die ärztliche Identitätsbildung und -vermarktung.
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Zur dieser Teilsammlung zählen wir auch Orden und andere Ehrenzeichen, Dienstabzeichen von Hebammen und Krankenschwestern, Plaketten und Medaillons.
Die rund 80 Medaillen aus der ehemaligen Bayerischen Landesimpfanstalt bilden in ihrer Geschlossenheit einen einzigartigen Bestand zum Thema Pockenschutzimpfung.
Eine Findliste zur Sammlung Medicina in nummis finden Sie als PDF zum Download (Stand 2019).








