DIE GESCHICHTE DES MUSEUMS
1472 wurde in Ingolstadt die erste bayerische Landesuniversität gegründet. Bis 1800 hatte sie ihren Sitz in der „Hohen Schule”. Von den vier Fakultäten erhielt nur die Medizinische Fakultät einen eigenen Ort: 1735 konnten die Medizinprofessoren den Unterricht im neu errichteten Gebäude aufnehmen – dem heutigen Deutschen Medizinhistorischen Museum.
Um die Grundlagenfächer Botanik, Anatomie, Chemie und Physik zeitgemäß unterrichten zu können, erwarb die Medizinische Fakultät ein Grundstück zwischen der Hohen Schule und der Stadtmauer. Hier erfolgte 1723 die Grundsteinlegung für das „Exercitiengebäude“. Sein Kernstück war der Anatomiesaal im ersten Stock, das „Theatrum anatomicum”.
1800 wurde die Universität von Ingolstadt nach Landshut verlegt. In der Folgezeit wurden Anatomiegebäude und Garten verkauft und privat genutzt. In den 1950er Jahren dachte man sogar über den Abriss des heruntergekommenen Anwesens nach. Doch letztlich beschloss die Stadt Ingolstadt, das Gebäude zu restaurieren, um die 500-Jahrfeier der Universitätsgründung angemessen begehen zu können.
Auf Initiative des Instituts für Geschichte der Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München wurde in dem neu restaurierten Gebäude 1973 ein Medizinhistorisches Museum eingerichtet. Anfangs musste man sich mit einigen wenigen Exponaten behelfen. Heute besitzt das Haus eine der größten medizinhistorischen Sammlungen im deutschen Sprachraum.
Mit dem 2016 eröffneten Erweiterungsbau (Architekturbüro Volker Staab, Berlin) bietet der Museumskomplex heute ein vielfältiges und zeitgemäßes Angebot für seine Gäste, aber auch ideale Bedingungen für die wissenschaftliche Arbeit mit der Sammlung. Die 2020 eröffnete neue Dauerausstellung wurde 2021 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnet.





