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Reihe „Mittagsvisite”: Nachlass einer Heilgymnastin

12:30 bis 13:00 Uhr

Im September 2025 wurde dem Deutschen Medizinhistorischen Museum der kleine, aber sehr aufschlussreiche Nachlass einer Heilgymnastin übergeben. Die persönlichen Dokumente und Fotos von Frau Margarete K. sind besonders interessant, weil die Geschichte der Heilgymnastik und der Personen, die diese ausübten, in der Medizingeschichte lange Zeit nur wenig beachtet wurden. Erst neuere Ansätze der Körper- und Sozialgeschichte machten ihre Bedeutung sichtbar, etwa für den Wandel der verschiedenen Übungsmethoden oder das Verhältnis von Körper, Krankheit, Gesundheit und Gesellschaft.

Dabei reichen die Wurzeln der Heilgymnastik bis in die Antike zurück, denn Ärzte wie Hippokrates oder Galen betrachteten Bewegung als wichtigen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich die Heilgymnastik zunehmend zu einem eigenständigen therapeutischen Ansatz. Einen bedeutenden Einfluss hatte dabei unter anderem die Schule von Pehr Henrik Ling (1776–1839), besser bekannt als „Schwedische Gymnastik“. Sie wurde zu einem Vorläufer der modernen Physiotherapie und beeinflusste die Entwicklung der Heilgymnastik in vielen europäischen Ländern.

In dieser Mittagsvisite stellt Dr. Alois Unterkircher die Biographie von Margarete K. vor, die in mehreren Sanatorien als Heilgymnastin und Masseuse tätig war. Unter den Dokumenten befindet sich auch eine Mitschrift mit anatomischen Zeichnungen, die einen aufschlussreichen Einblick in die Ausbildung dieser Berufsgruppe um 1930 gibt.

Seminarraum Christa Habrich
Beginn 12.30 Uhr, Dauer 30 min., Eintritt frei

FOTO: © DMMI

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