Autopsie im Februar 2011: Elfenbein Arzneimittel und Augenschmaus

mit Dr. Claudia Sachße (Heidelberg)

Schwangere aus Elfenbein

Die ‚Autopsie’ im Februar geht dem Elfenbein auf den Grund. Den Ausgangspunkt bildet ein Objekt aus dem Deutschen Medizinhistorischen Museum: die (zerlegbare) Elfenbeinfigur einer Schwangeren aus dem späten 17. Jahrhundert. Dieses zierliche Stück schlägt die Brücke von der Verwendung von Elfenbein in der darstellenden Kunst hin zu seiner Bedeutung für die Medizin. Detailreich gearbeitete anatomische Modelle oder medizinische Szenen sollten den Betrachter erfreuen und gleichzeitig belehren. Auch die historische Diagnostik und Prothetik wussten das Material Elfenbein zu nutzen.

Hochgeschätzt war Elfenbein aber vor allem für die Zubereitung von Arzneimitteln: Ob der Stoßzahn des Elefanten oder das Horn des sagenhaften Einhorns – die den Tieren zugeschriebenen Eigenschaften und ihren Symbolwert übertrug man auch auf das Material. Elfenbein galt schon in Antike und Mittelalter, vor allem aber seit dem 16. Jahrhundert, als eines der wertvollsten Arzneimittel und findet sich in fast allen Arzneibüchern der Zeit. Zusammen mit weiteren, oft hochwertigen Rohstoffen wie Heilerden, Perlen oder Edelsteinen wurden die verschiedenen Elfenbeinarten gemäß den damals gültigen Lehren von Signatur und Körpersäften eingesetzt.

Anhand zeitgenössischer Quellen und Objekte aus den Beständen des Deutschen Medizinhistorischen Museums Ingolstadt und des Deutschen Apotheken-Museums Heidelberg geht Frau Dr. Sachße in ihrer „Autopsie“ der Frage nach, wie und warum dieser wertvolle Rohstoff in der Heilkunst so rege Anwendung fand.

Eintritt frei

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