Erweiterungsgebäude (Neubau 2012–2016)

Das 1973 gegründete Deutsche Medizinhistorische Museum befindet sich in einem wunderschönen Gebäude, der „Alten Anatomie”. Dieses barocke Lustschlösschen der Wissenschaft wurde im frühen 18. Jahrhundert als Lehr- und Unterrichtsgebäude für die medizinische Fakultät der Universität Ingolstadt errichtet. So charmant das Gebäude mit dem dazugehörigen Arzneipflanzengarten auch wirkt – für eine museale Nutzung ist es nicht besonders gut geeignet. Die funktionalen „Problemzonen” wurden mit der Zeit immer deutlicher spürbar. Während immer mehr Museen ihren Gästen einen barrierefreien Zugang ermöglichten und ihr Angebot durch Aktionsräume, Shops und Cafés erweiterten, war der Museumsleitung in der „Alten Anatomie” die Hände gebunden. In dem denkmalgeschützten Gebäude war weder eine barrierefreie Erschließung noch eine Ausweitung des Angebots möglich.

Deshalb wurde schon in den 1980er Jahren von der damaligen ehrenamtlichen Direktorin, Frau Professor Dr. Dr. Christa Habrich, der Wunsch formuliert, das benachbarte Verwaltungsgebäude hinzuziehen, um das Museumsangebot zu erweitern. Doch damals blieb diese Forderung noch ohne Konsequenzen. Es wurde lediglich ein Durchbruch zum Erdgeschoss des Verwaltungsgebäudes geschaffen, um zumindest einen Raum für Sonderausstellungen zu gewinnen.

2008 wurde das Deutsche Medizinhistorische Museum erstmals unter eine hauptamtliche Leitung gestellt. Dies ermöglichte der neuen Direktorin, sich des Themas nachdrücklich anzunehmen. Man einigte sich auf die Errichtung eines Erweiterungsbaus auf dem Gelände des bisherigen Verwaltungsgebäudes. Bei dem Planungswettbewerb im Frühjahr 2012 legte das Architekturbüro Volker Staab, Berlin, einen Entwurf vor, der die Jury sowohl gestalterisch als auch funktionell überzeugte. Im Herbst 2013 erfolgte der Abbruch des Verwaltungsgebäudes, die Museumsverwaltung zog vorübergehend in die Ziegelbastei um (Unterer Graben 37). Nachdem die archäologischen Untersuchungen durchgeführt waren, konnte 2014 mit den Baumaßnahmen begonnen werden. Die Eröffnung ist für Mitte 2016 geplant.

Der Arzneipflanzengarten ist nicht von der Baumaßnahme betroffen und kann bis auf Weiteres zu den üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Das Museum muss vorübergehend geschlossen werden, um Alt- und Neubau zu verbinden. Die erste Schließungsphase betrifft den Zeitraum vom 2.2. bis 31.3.2015.

Hier finden Sie eine Übersicht über das Medienecho auf die Baumaßnahme.

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