Abteilung Medizintechnik

Das Deutsche Medizinhistorische Museum besitzt in seiner Sammlung einen großen Bestand an medizintechnischen Geräten, die in den Räumen der „Alten Anatomie” nur sehr eingeschränkt präsentiert werden können. Dieses Problem wurde 2008 durch die Eröffnung eines zusätzlichen Ausstellungsraums am Ende des Arzneipflanzengartens gelöst. Dadurch wurde es erstmals möglich, herausragende Stücke aus dieser Sammlung zu zeigen. Die derzeitige Präsentation widmet sich dem Thema „Heilen mit Laser und Stoßwelle”.

Plakat Medizintechnik
Plakat für die Sonderausstellung „Medizintechnik“

Auch die die moderne Medizintechnik baut auf den Erkenntnissen und Erfahrungen früherer Generationen auf. Deshalb beginnt die Ausstellung mit einem Überblick über die Medizingeschichte von der Antike bis in die Gegenwart, bei dem diejenigen Krankheiten im Mittelpunkt stehen, die heute vor allem mit Stoßwellen und Laser behandelt werden: Steinleiden und Augenkrankheiten. Die längste Zeit, so erfährt man dabei, mussten sich die Kranken schmerzhaften und gefährlichen Operationen unterziehen. Blasensteine konnten bereits in der griechischen Antike aus der Harnblase herausgeschnitten werden, doch dieser Eingriff war lebensgefährlich und extrem schmerzhaft. Erst mit den technischen Innovationen des 19., vor allem aber des 20. Jahrhunderts, wurde es möglich, Nieren- und Blasensteine unblutig zu entfernen.

Blick in das Obergeschoss

Aus der Raumfahrttechnik kam der Anstoß, ein neuartiges Gerät zu konstruieren, das Nierensteine mit Stoßwellen zertrümmert und dadurch Operationen überflüssig machen kann. Das zentrale Objekt dieser Entwicklung ist in der Ausstellung zu sehen: die tonnenschwere ESWL-Anlage, die früher im Klinikum Großhadern stand – als erstes klinisch eingesetztes Exemplar überhaupt. Die Anlage war zunächst als Dauerleihgabe des Deutschen Medizinhistorischen Museums im Deutschen Historischen Museum Bonn. Die Einrichtung der Abteilung Medizintechnik erst machte es möglich, das Großgerät nach Ingolstadt zu holen.

Neodym-YAG-Laser

Laserstrahlen kommen in der Natur nicht vor. Sie wurden erstmals 1960 in einem Labor in den USA erzeugt und seitdem schrittweise für die medizinische Anwendung einsetzbar gemacht. Heute gelten sie als „Wunderwaffe” gegen Tumoren, Nieren- und Blasensteine, Augenkrankheiten, Hauterkrankungen und viele weitere Krankheiten. Die Ausstellung erklärt das physikalische Prinzip der Laserstrahlung, stellt verschiedene Lasertypen vor und zeigt an modernen Endoskopen, wie die Laserstrahlung auch tief im Körperinneren eingesetzt werden kann.

Hinter den Klappen verbergen sich die Krankengeschichten

Medizintechnik ist kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zu Linderung von körperlichen Leiden. Daher endet die Ausstellung mit denjenigen, die am Ausgangs- und Zielpunkt jeder medizintechnischen Entwicklung stehen: den kranken Kindern, Frauen und Männern, denen die neuen Techniken vielleicht helfen können. In einem fiktiven „Wartezimmer” werden individuelle Krankheits­geschichten vorgestellt, in denen Stoßwelle und Laser eine Rolle spielen – oder auch nicht.

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