Märzveilchen
Märzveilchen im Arzneipflanzengarten (Foto: Claudia Rühle)

März-Veilchen, Wohlriechendes Veilchen (Viola odorata L.) |  Nach dem kalten Winter geht jedem das Herz auf, der die blauvioletten Blüten der März-Veilchen erblickt. Das ging schon den alten Griechen so. Bei ihnen galten die Veilchen wegen ihres starken Duftes und der dunklen Blüten als Blume der Liebe. Dazu passen auch die herzförmigen, am Rand gesägten Blätter der krautigen Pflanze.

Dort, im Mittelmeergebiet und in Kleinasien, waren die Veilchen ursprünglich wohl auch beheimatet. Und so gibt es in der griechischen Mythologie auch eine Geschichte zur Entstehung des Veilchens: „Eine Tochter des Gottes Atlas war für ihre außerordentliche Schönheit bekannt. Deshalb verfolgte sie der Sonnengott Sol. Sie floh zu Zeus und bat ihn um Hilfe. Er verwandelte sie in ein Veilchen, das - geschützt vor den Strahlen des Sol - seitdem im schattigen Gebüsch des Waldes wächst.“

Botanisch gesehen, gehört das Märzveilchen, auch „wohlriechendes Veilchen“ genannt (Viola odorata L.) zu den Veilchengewächsen (Violaceae). Bei den einheimischen Arten ist nur Viola odorata duftend und medizinisch wirksam. Aus der Blüte entwickelt sich eine dreiklappige Fruchtkapsel, die bei Reife aufspringt und ihre Samen regelrecht wegschleudert. Diese Samen werden auch gerne durch Ameisen verschleppt. Außerdem verbreitet sich das Veilchen durch oberirdische Ausläufer, sog. Stolonen.

Ärzte der griechisch-römischen Antike priesen die heilkräftigenden Eigenschaften des Veilchens als Mittel gegen die schädlichen Wirkungen des Alkohols. So gab es den Brauch, bei Festgelagen die Pflanze prophylaktisch um die Stirn zu binden. Auch im Mittelalter, in der Ärzteschule von Salerno, lobte man das Veilchen als Mittel gegen Katzenjammer (nicht zur Nachahmung empfohlen).

Später geriet die medizinische Anwendung des Veilchens in Vergessenheit. Erst Pfarrer Sebastian Kneipp machte es im 19. Jahrhundert wieder allgemein bekannt und empfahl Veilchenblüten gegen Husten und als Gurgelmittel bei entzündetem Hals. So werden Zubereitungen aus dem Wurzelstock auch heute noch volksheilkundlich als schleimlösendes, fiebersenkendes und auswurfförderndes Mittel verwendet. Außerdem sollen die Duftstoffe nervenberuhigend wirken.

Mit Veilchen kann man aber auch einen duftenden Farbtupfer in die Küche bringen. Wie wäre es mit einem Frühlingssalat mit Veilchenblüten? Dekorieren sie einfach ihren Salat mit ein paar der essbaren Blüten und holen sie sich den Frühling auf den Esstisch!

geschrieben von Apothekerin Sigrid Billig als „Gartenvisite auf Distanz" für Dienstag, den 31.3.2020

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