Zoom-Vortragsabend zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Mi., 27.1.2021, 18.00 - 19.30 Uhr

Patienten vor der Heil- und Pflegeanstalt Erlangen (Stadtarchiv Erlangen, VI.M.b.1654)

Von der „Vergangenheitsbewältigung“ zur „Erinnerungsarbeit“.
Die deutsche Medizin, die NS-„Euthanasie“ und das Beispiel Erlangen

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Es sprechen Professor Karl-Heinz Leven, Marion Voggenreiter M.A., Michèle Fink M.A. und Dr. Susanne Ude-Koeller (alle: Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg). Anschließend besteht die Möglichkeit zur Diskussion mit den ReferentInnen und dem Ingolstädter Kulturreferenten Gabriel Engert.
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Die deutsche Medizin war tief in die Handlungsfelder des NS-Regimes verstrickt. Dies anzuerkennen und historisch aufzuarbeiten, ist ein seit Jahrzehnten anhaltender eigentümlicher Prozess. Hierfür ist die NS-„Euthanasie“ in Erlangen ein anschauliches Beispiel. In den Jahren 1940/41 wurden aus der Erlanger Heil- und Pflegeanstalt 908 PatientInnen in die Tötungsanstalten der „Aktion T4“ deportiert und dort ermordet, zahlreiche weitere wurden Opfer einer Hungerkost. Das Forschungsprojekt „NS-‚Euthanasie‘ in Erlangen. ‚Aktion T4‘ und ‚B-Kost‘“ des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und des Stadtarchivs Erlangen arbeitet das Geschehen der Krankentötungen in Erlangen umfassend wissenschaftlich auf. Die Schicksale der Opfer und ihrer Angehörigen stellen dabei einen Schwerpunkt dar. Weiterhin werden die unterschiedlichen (Tat-)Beiträge aller beteiligten medizinischen und kommunalen Akteure untersucht.

Das Thema ist auch Gegenstand einer interdisziplinären Lehrveranstaltung an der Universität Erlangen-Nürnberg. Aufbauend auf bisherigen Projektergebnissen haben sich Studierende der Medizin und der Neuesten Geschichte auf die Spurensuche der NS-Medizinverbrechen im städtischen Raum gemacht. Wo fanden die Zwangssterilisationen statt? Wo die Hungermorde? So entstand der Audiowalk Patientenmorde hinter Sandsteinmauern zwischen Abriss und Erinnerung. Er verbindet auf insgesamt 11 Stationen Informationstexte, Biographien, Quellen und Interviews zur NS-„Euthanasie“ in Erlangen. Städtischer Raum wird so zum „Gedächtnisraum“ transformiert.

Einwahl via Zoom ab 17.45 Uhr (etwas warten, dann öffnet sich das Meeting):
https://fau.zoom.us/j/97267374283?pwd=WExsMmhRRmp1ckhIdGptYmR5RmRyUT09

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