Vortragsreihe „Auf neuen Wegen. Medizin zur Zeit Napoleons": Pockenschutzimpfung

Mi., 2.9.2015, 19.00 Uhrmit PD Dr. Eberhard Wolff, Zürich

Edward Jenner, Kupferstich

Pockenimpfung auf dem Lande, 1867

Im Rahmenprogramm zur Landesausstellung
Napoleon und Bayern
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POCKENSCHUTZIMPFUNG
Edward Jenner und sein langer Arm ins napoleonische Bayern

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Die Ausbreitung der von dem englischen Landarzt Edward Jenner entwickelten Schutzimpfung gegen die damals verheerenden Pockenepidemien fiel genau in die Napoleonische Ära. Die Verbreitung der so genannten „Kuhpockenimpfung“ war ein beliebtes Betätigungsfeld von Ärzten, Geistlichen, Amtsleuten und Politikern, die von den Idealen der französischen Aufklärung beseelt waren. So ist es kein Zufall, dass Bayern unter Minister Maximilian Graf von Montgelas, dem Vater des modernen bayerischen Staatswesens, die Pockenschutzimpfung in Bayern 1806 als einem der ersten Staaten verpflichtend einführte. Das Beispiel Bayern zeigt aber nicht nur die Effizienz einer durchorganisierten Medizinalbürokratie. Es zeigt auch deren Grenzen und Probleme, nicht zuletzt in den so geweckten Widerständen gegen die Obrigkeit, die sich auch im damals von Bayern besetzten Tirol Luft machten.   

Zum Referenten
Privatdozent Dr. Eberhard Wolff, Kulturwissenschaftler und Medizinhistoriker an den Universitäten Basel und Zürich sowie Redakteur der Schweizerischen Ärztezeitung, hat zuvor an den medizinhistorischen Instituten von Stuttgart, Zürich und Bern sowie an der Universität Innsbruck und an verschiedenen Museen gearbeitet. 

Eintritt frei

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