Vortragsreihe „Auf neuen Wegen. Medizin zur Zeit Napoleons": Mesmerismus

Mi., 22.7.2015, 19.00 Uhrmit Prof. Dr. Heinz Schott, Bonn

Friedrich Wilhelm Meyer (?): Franz Anton Mesmer (1814), DMMI

Im Rahmenprogramm zur Landesausstellung Napoleon und Bayern

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MESMERISMUS
Ein naturphilosophisches Heilkonzept zwischen Aufklärung und Romantik

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Um 1775 begründete der in Wien praktizierende Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815) nach therapeutischen Experimenten mit Elektrizität und Stahlmagneten ein neuartiges Heilkonzept, das er „animalischen” oder auch „thierischen Magnetismus” nannte. Damit erregte er, insbesondere nach seiner Übersiedelung nach Paris, in den Jahren vor der Französischen Revolution weltweit großes Aufsehen. Der später so genannte Mesmerismus beeinflusste gleichermaßen Medizin und Naturforschung, Philosophie und Literatur, aber auch sozialpolitische und lebensreformerische Bewegungen. Der Vortrag soll die Bedeutung des Mesmerismus schlaglichtartig sowohl im ideengeschichtlichen Kontext der Naturphilosophie als auch im medizinhistorischen Kontext der Psychiatrie- und Psychotherapiegeschichte aufzeigen. Seine Impulse sind noch heute spürbar, nicht zuletzt im Bereich von Alternativmedizin und Esoterik. So erklärt sich auch, warum in England „hypnotisieren” immer noch „to mesmerise” heißt!

Zum Referenten:
Dr. med. Dr. phil. Heinz Schott, Professor für Geschichte der Medizin, war nach einem Studium der Medizin und Philosophie in Heidelberg, München und Glasgow in den Jahren 1978-1987 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Medizin an der Universität in Freiburg im Breisgau tätig. 1982 habilitierte er im Fach Geschichte der Medizin. Von 1987-2014 war Heinz Schott Leiter des Medizinhistorischen Instituts der Universität Bonn.
 

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