Vortragsreihe 700 Jahre Spitalstiftung: Von Ernährung und Notdurft im Hospital

Mi., 29.5.2019, 19.00 Uhr, mit Prof. Dr. phil. Alfred S. Weiss, Salzburg

Köchin der Zwölf-Brüder-Stiftung Nürnberg, 1663

700 Jahre Stiftung Heilig-Geist-Spital
Vortragsreihe im Deutschen Medizinhistorischen Museum

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Am 25. Juli 1319 rief Ludwig der Bayer (1283-1347) in Ingolstadt eine Spitalstiftung ins Leben, die bis heute existiert. Diese Stiftung erhielt unter anderem auch den Heiligen Geist als Kirchenpatron. Sie versorgte nicht nur arme Kranke; auch hochbetagte Ingolstädter Bürgerinnen und Bürger, schutzbedürftige Witwen oder durchreisende Pilger fanden hier Pflege und Trost.

Anlässlich des 700-jährigen Gründungsjubiläums veranstaltet das DMMI von März bis August 2019 eine Vortragsreihe zu verschiedenen Aspekten der allgemeinen Spitalgeschichte.
VOR den Vorträgen kann ab 18 Uhr die Ausstellung radikal analog besucht werden.
NACH den Vorträgen gibt es die Möglichkeit, bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen.

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VORTRAG:
Von Ernährung und Notdurft im Hospital (1500-1800)

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Die Hospitäler der Frühen Neuzeit boten ihren (meist armen) Bewohnern nicht nur einen Schlafplatz und – wenn nötig – Krankenpflege, sondern auch zwei bis vier Mahlzeiten am Tag. Der Speiseplan orientierte sich am christlichen Jahreslauf mit den Fastentagen Mittwoch, Freitag und Samstag, der österlichen Fastenzeit und diversen hohen christlichen Feiertagen. Anfangs dominierten Musbrei, Roggenbrot und Fleischspeisen den Speiseplan; ab 1600 wurde er allmählich um Suppen, süße und salzige Mehl speisen erweitert. Die wenig abwechslungsreiche Kost wurde von den meist betagten Menschen nicht immer gut vertragen. Deswegen musste auch für entsprechend viele Abort möglichkeiten gesorgt werden. Anfangs war der Abort noch im Freien, dann wurde er allmählich ins Haus verlegt, was den Bewohnern den Gang dorthin erleichtern sollte.

Zum Referenten:
Alfred S. Weiss lehrt als Assistenzprofessor am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg. Er ist Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Krankenhausgeschichte und Sekretär des Vereins für Sozialgeschichte der Medizin. Forschungsinteressen: Regionalgeschichte, Kriminalitäts-­, Sexualitäts-­, Medizin-­ und Hospitalgeschichte

Eintritt frei, keine Voranmeldung, Dauer ca. 60 min.

 

 

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