Vortragsreihe 700 Jahre Spitalstiftung: Spitalwesen seit dem späten Mittelalter

Mi., 27.3.2019, 19.00 Uhr, mit Prof. Dr. phil. Christina Vanja

700 Jahre Stiftung Heilig-Geist-Spital
Vortragsreihe im Deutschen Medizinhistorischen Museum

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Am 25. Juli 1319 rief Ludwig der Bayer (1283-1347) in Ingolstadt eine Spitalstiftung ins Leben, die bis heute existiert. Diese Stiftung erhielt unter anderem auch den Heiligen Geist als Kirchenpatron. Sie versorgte nicht nur arme Kranke; auch hochbetagte Ingolstädter Bürgerinnen und Bürger, schutzbedürftige Witwen oder durchreisende Pilger fanden hier Pflege und Trost.

Anlässlich des 700-jährigen Gründungsjubiläums veranstaltet das DMMI von März bis August 2019 eine Vortragsreihe zu verschiedenen Aspekten der allgemeinen Spitalgeschichte.
VOR den Vorträgen kann ab 18 Uhr die Ausstellung radikal analog besucht werden.
NACH den Vorträgen gibt es die Möglichkeit, bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen.

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VORTRAG:
Für Pilger und arme Kranke, Witwen, Waisen und alte Menschen.
Die Vielfalt des Spitalwesen seit dem späten Mittelalter

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Das Spital folgte bis zum Ende der Frühen Neuzeit dem Vorbild des klösterlichen Infirmariums. Aber schon im Spätmittelalter bildeten sich zahlreiche Spezialformen „öffentlicher guttätiger Anstalten“ heraus, die sich nach Klientel und Zielsetzung immer deutlicher unterschieden. Besonders vielseitig waren die großen Bürger- und Landesspitäler, die unterschiedliche Gruppen von Hilfsbedürftigen beherbergten. Für Lepra-, Pest- und Syphiliskranke gab es eigene Einrichtungen. Auch die Betreuung psychisch Kranker beginnt bereits im Mittelalter. Für das 17. und 18. Jahrhundert sind kombinierte Fürsorgeeinrichtungen charakteristisch; die Geschichte des modernen Krankenhauses nimmt hier ihren Anfang. Trotz aller Unterschiede hatten alle Spitäler eine gemeinsame Grundlage: Sie verstanden sich als „Gotteshäuser“ und orientierten sich an der medizinischen Tradition der Antike.

Zur Referentin:
Christina Vanja leitete über 30 Jahre lang das Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen in Kassel, das Unterlagen zur Armen- und Krankengeschichte seit der Reformation umfasst. Sie ist zugleich außerplanmäßige Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Kassel und beschäftigt sich insbesondere mit der Sozialgeschichte der Medizin.

Ort: Seminarraum „Christa Habrich“.
Eintritt frei, keine Voranmeldung, Dauer ca. 60 min.

Für die Vortragsreihe sind Fortbildungspunkte bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.

 

 

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