Vortrag: Röntgen- und Radiumbestrahlung

Mi., 13.6.2018, 19.00 Uhr, mit Dr. Astrid Ley

Begleitprogramm zur Ausstellung Radiologie im Nationalsozialismus

Röntgen- und Radium-Bestrahlung in der nationalsozialistischen „Erb- und Rassenpflege”.
Medizinische Verbrechen in Kliniken und Konzentrationslagern

Hunderttausende Frauen und Männer wurden in der NS-Zeit aus eugenischen Gründen operativ unfruchtbar gemacht. Die Zwangssterilisation begann schon kurz nach der NS-Machtübernahme und wurde – anders als der Krankenmord („Euthanasie”) – in aller Öffentlichkeit vollzogen: Ordentliche Gerichte entschieden in jedem Einzelfall über die Vornahme der Sterilisations-Operationen, die dann in öffentlichen Krankenhäusern von eigens bestimmten Fachärzten vorgenommen wurden. Um die Komplikations-Gefahr zu minimieren, wurde bei Frauen über 38 Jahren die Röntgen- bzw. Radiumsterilisation legalisiert.

Auch in der genozidalen „Rassenpolitik” der Nazis, die auf die Ermordung der europäischen Juden und eine Eroberung zusätzlichen „Lebensraums im Osten” zielte, sollten „unblutige” Verfahren zur Massensterilisation angewendet werden. In den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück führten Ärzte dafür Versuche an KZ-Häftlingen durch.

Zur Referentin 
Dr. phil. Astrid Ley ist stellvertretende Leiterin der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen bei Berlin. Ihr Spezialgebiet ist die Medizin im Nationalsozialismus, besonders Medizinverbrechen und ärztliche Versorgung in den Konzentrationslagern. Ihre historische Dissertation an der Universität Erlangen-Nürnberg widmete sich der NS-Zwangssterilisation.

Anatomiestraße 18 – 20 · 85049 Ingolstadt · (0841) 305-2860 · Fax -2866 · E-Mail: dmm@ingolstadt.de