Reihe „Mittagsvisite”: Glasdiaserie „Hygiene”

Di., 12.6.2018, 12.30 Uhr, mit Dr. Alois Unterkircher

In dieser Mittagsvisite beleuchtet Dr. Alois Unterkircher die Hintergründe einer Lichtbildreihe zur Tuberkulosebekämpfung, die um 1926 von den Werkstätten des (späteren) Deutschen Hygiene-Museums in Dresden angefertigt wurde. Ein Glasdiapositiv aus dieser Serie (der „tuberkulöse Huster“) ist als Reproduktion in der aktuellen Sonderausstellung „Radiologie im Nationalsozialismus“ zu sehen.

Diese Werkstätten wurden im Vorfeld der 1911 in Dresden veranstalteten Internationalen Hygiene-Ausstellung eingerichtet. Neben anatomischen Präparaten und Wachsmoulagen stellte man bald auch zahlreiche Glasdiaserien zu zeitgenössischen Infektionskrankheiten her, mit denen die Bevölkerung über gesundheitsrelevante Themen aufgeklärt werden sollte. Viele der 1911 gezeigten Modelle wanderten später in die Dauerausstellung des 1930 eröffneten Hygiene-Museums.

Dr. Unterkircher beleuchtet die Geschichte dieser bedeutenden Werkstätten und zeigt, wie sich das Hygiene-Museum nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zunehmend in den Dienst von Eugenik und Rassenhygiene stellte.

Die Mittagsvisite findet in der Sonderausstellung Radiologie im Nationalsozialismus statt.
Dauer 30 min., Eintritt frei

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