Reihe „Autopsien”: Wachs. Kerzen und Votivgaben aus dem Hause Hipp

Mi., 9.11.2011, 19.00 Uhr (mit Hans Hipp, Pfaffenhofen und Johanna Lang, Dresden)

Bei der „Autopsie“ im November dreht sich alles um das Material „Wachs". Als Experte konnte Hans Hipp gewonnen werden, der bei seinem Vater das Lebzelter- und Wachszieherhandwerk erlernte. Heute führt Hans Hipp das traditionsreiche Café Hipp in Pfaffenhofen.

Der Abend beginnt mit einem kurzen Einblick in das Handwerk des Wachsziehers und Lebzelters, das urkundlich seit 400 Jahren im Lebzelterhaus, dem heutigen Café Hipp, beheimatet ist. Eine Filmaufnahme vom letzten Kerzenziehen im Hause Hipp veranschaulicht, wieviel Können und Handwerkskunst notwendig war, um perfekte Kerzen zu formen.

Im zweiten Teil des Abends berichtet Hans Hipp über wächserne Votivgaben, die in seinem Haus seit Jahrhunderten hergestellt werden. Interessant ist dabei, dass die z. T. über 300 Jahre alten, datierten und signierten Holzformen noch heute zum Gießen der Votivgaben verwendet werden. Einmalig ist dabei die enge Beziehung zwischen dem Lebzelterhaus am Hauptplatz 6 in Pfaffenhofen und der 2 km entfernten Wallfahrtsstätte Niederscheyern. Dort wurden über 300 Jahre lang über 14.000 Mal in den Mirakelbüchern die Krankheiten, Nöte und die dargebrachten Opfer unserer Vorfahren aufgezeichnet. Anhand dieser Eintragungen erklärt Hans Hipp, warum unsere Vorfahren sich in Krankheit und Not mit Opfergaben anheim stellten.

Für diesen Abend wird eine Auswahl von Modeln und Wachsobjekten aus der Museumssammlung und der Sammlung Hipp zusammengestellt, um das Thema zu veranschaulichen.

Wer zuhause ein Wachsvotiv oder ein anderes Wachsobjekt besitzt und mehr über seine Bedeutung oder sein Alter erfahren möchte, kann es gerne mitbringen! Im Anschluss an die Veranstaltung stehen Hans Hipp und die auf Wachs spezialisierte Restauratorin Johanna Lang für eine „Blickdiagnose” zur Verfügung.

Eintritt frei

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